Stroke Unit
Stroke Unit

Schlaganfalleinheit (Stroke Unit)

Sehr geehrte Patienten und Besucher,

hier finden Sie alle wichtigen Informationen zur Behandlung von Schlaganfällen an unserem Krankenhaus.

Wozu sind Schlaganfalleinheiten da?

Ein Schlaganfall kann heute gut behandelt werden: Innerhalb von 4 ½ Stunden kann nach Feststellung eines durch einen Gefäßverschluss ausgelösten Schlaganfall durch eine Aufhebung der Blutgerinnung (Lysetherapie) der Schlaganfall in der Entwicklung beeinflusst werden. In bestimmten Situationen kann darüberhinaus eine Entfernung des verursachenden Gerinnsels durch eine Katheterbehandlung hilfreich sein.

Somit ist die Zentralisierung der Schlaganfallerkennung und eine rasche Diagnostik der Ursachen Schlüssel für eine optimale Therapie. In Daun wirken neben den kenntnisreichen Ärzten der Inneren Abteilung auch die Neurologen aus dem MVZ (Dr.Fuchs und Dr.Große Höötmann) mit. Die Schlaganfallstation (Stroke Unit) ist durch die personelle und apparative Ausstattung ideal für eine weitere Beobachtung und Begleitung der Patienten eingerichtet. So können auch andere Ursachen einer akuten, evtl. vorübergehenden Symptomatik hier erfolgen.

Groß angelegte Studien und die seit Jahrzehnten geübte Praxis hat zudem gezeigt, dass eine gezielte Begleitung und Förderung der Patienten mit akut einsetzenden neurologischen Ausfällen nachhaltigen positiven Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung und das Maß der langfristigen hierdurch entstehenden Behinderungen hat.

Wir überwachen nach Aufnahme Herzaktion, Blutdruck, den Sauerstoffgehalt im Blut sowie die Körpertemperatur und vor allem das Maß und Verlauf der Ausfälle, um rasch auf Veränderungen reagieren zu können. So können wir möglichen Komplikationen wie Stürzen, gefährliches Verschlucken, Lungenentzündungen oder Lagerungsschäden vorbeugen. Die Vitalparameter werden wie auf einer Intensivstation dem optimalen Bedarf der Erkrankung angepasst.

Vom ersten Tag an, auch am Wochenende, werden die Patienten vom geschulten Pflegeteam, den Krankengymnasten (Physiotherapie), den Sprachheiltherapeuten (Logopädie) und Beschäftigungstherapeuten (Ergotherapie) gefördert im Sinne einer ganz früh einsetzenden Rehabilitationsbehandlung.

Zum Behandlungsteam der Schlaganfalleinheit gehören auch die soziale Patientenberatung und Diätassistenz. Vom ersten Tag an wird auf die optimale Weiterversorgung des Patienten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus hingearbeitet. So besteht eine gut gepflegte Kooperation mit der Neurologischen Rehabilitationsklinik Burg Landshut in Bernkastel-Kues, die auch durch regelmäßige Visiten durch deren Oberarzt, Dr. Bernhard Jacob, versehen wird.

Diagnostik der Schlaganfälle

Noch vor Aufnahme auf die Pflegestation mit Stroke Unit erfolgt eine neurologische und internistische Diagnostik (in enger Kooperation mit den Neurologen Dr. P. Fuchs und Dr. med. H. Große Höötmann). Dazu zählen die klinische Untersuchung, die Blutentnahme zur Akut-Labordiagnostik und die kraniale Computertomographie oder eine MRT. Diese Untersuchungen sind zwingend erforderlich, um unterscheiden zu können, ob eine Durchblutungsstörung oder eine Blutung in das Hirngewebe zum Bild des Schlaganfalles geführt hat und/oder ob andere internistische oder neurologische Begleiterkrankungen vorliegen. An diesen Befunden orientiert sich die weitere Behandlung. In der Regel wird bereits direkt bei Aufnahme eine Ultraschalldiagnostik der hirnversorgenden Gefäße mit farbkodierter Duplexsonographie sowie, wenn notwendig, eine Herzultraschalluntersuchung durchgeführt um festzustellen, ob Einengungen der Halsschlagadern vorliegen.

Mit Aufnahme auf die Schlaganfall-Spezialstation erfolgt ein engmaschiges Monitoring vitaler Funktionen: EKG, Blutdruckmessung und Pulsoximetrie zeigen kontinuierlich die wichtigen Parameter für die Behandlung des Patienten an.

In den Tagen danach wird die Diagnostik je nach Notwendigkeit ergänzt um weitere radiologische Diagnostik (MRT auch mit Darstellung der Gefäße, weitere Herz- und Kreislaufuntersuchungen wie einer auch von der Speiseröhre erfolgende Ultraschalluntersuchung des Herzens (TEE), Langzeit-Blutdruck- und Langzeit-EKG-Kontrollen unter Mobilisation.

Je nach Notwendigkeit wird das ganze Spektrum weiterer neurologischer und internistischer Untersuchungsmöglichkeiten genutzt.

Therapie auf der Stroke Unit

Wenn der Schlaganfall dadurch bedingt ist, dass ein Gefäß durch ein Gerinnsel verengt wurde, so kann es bei frühzeitiger Entdeckung mit medikamentösen Maßnahmen aufgelöst werden (Lyse-Therapie). Dazu stehen am Krankenhaus Maria Hilf alle erforderlichen Medikamente und qualifiziertes Personal zur Verfügung. Bei Schlaganfällen, die bei bestimmten Herzerkrankungen durch verschleppte Gerinnsel aus dem geschädigten Herzen entstanden sind (embolischer Hirninfarkt), ist eine kontinuierliche medikamentöse Blutverdünnung erforderlich, die bereits auf der Stroke Unit eingeleitet und überwacht wird. Verengungen der Halsschlagadern können sowohl gefäßchirurgisch (eigene Gefäßchirurgie im Haus) als auch mittels Stent (Kooperation mit dem Brüderkrankenhaus Trier) versorgt werden. Bei sehr ausgedehnten und raumfordernden Hirninfarkten oder Blutungen kann eine Operation am Kopf notwendig werden. Hierzu besteht eine langjährige gute Zusammenarbeit mit der Neurochirurgischen Klinik des Brüderkrankenhauses Trier.

Zur Wiederherstellung motorischer Funktionen nach einem Schlaganfall werden frühzeitig bereits auf der Stroke Unit spezifische Therapien eingeleitet. Dazu zählen Krankengymnastik nach Bobath, Logotherapie und Ergotheraphie. Im Anschluss an diese frührehabilitativen Maßnahmen ist ein Team von Überleitunsschwestern darum bemüht, die nahtlose Verlegung in eine weiterführende Rehabilitationseinrichtung (z.B. Klinik Burg Landshut in Bernkastel) zu organisieren.

Im Falle eines akuten Schlaganfalls sollten Sie sich direkt an die Rettungsleitstelle unter der Notrufnummer 112 wenden.


Telefon: 06592 / 715-2221

Fax: 06592 / 715-2501


Telefon Schlaganfalleinheit

06592 / 715-2030
(Direktdurchwahl zum durchgehend erreichbaren Arzt. Diese Telefonnummer gilt nur für niedergelassene Ärzte)