Presse

Babyboom im Krankenhaus

Im Kreis Vulkaneifel gibt es seit kurzem nur noch eine Geburtshilfestation: die in Daun. Entsprechend hoch fällt auch die Zahl der Geburten aus: mit 48 im Juli doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum vor einem Jahr. Das Land stellt Unterstützung in Aussicht, falls die Station erweitert werden muss.

Daun/Gerolstein. Nimmt man die nackte Zahl, könnte man vermuten, dass die Dauner besonders eifrig in Sachen Bevölkerungszuwachs ans Werk gehen. 48 Geburten wurden im Krankenhaus der Kreisstadt im Juli registriert, zuvor waren es durchschnittlich 25 pro Monat, im Juli 2012 24. Dass ein Jahr später im gleichen Zeitraum doppelt so viele Kinder geboren worden sind, ist aber dann doch kein besonderer Beitrag der Dauner im Kampf gegen den demografischen Wandel, sondern damit zu begründen, dass die Geburtshilfestation im Krankenhaus in Gerolstein Ende Juni geschlossen wurde. Dort waren die Geburtenzahlen dauerhaft zurückgegangen, was den Träger zu der Schließung bewogen hatte.

Einzige Station im Kreis Vulkaneifel: In Daun existiert nun die einzige Geburtshilfestation im Kreis Vulkaneifel. Muss sie vergrößert werden? "Wir werden die Entwicklung beobachten. Nach erst einem Monat als einzige Geburtshilfestation kann man noch keine endgültigen Schlüsse ziehen", sagt Geschäftsführer Franz-Josef Jax. Vom Land kommt jedenfalls ein positives Signal, was eine mögliche Erweiterung angeht. Gesundheitsminister Alexander Schweitzer (SPD) hat sich vor Ort informiert. "Grundsätzlich besteht Erweiterungsbedarf in Daun, nicht nur dadurch, dass hier nun die einzige Geburtshilfestation für die Region Vulkaneifel ist", stellt er fest. In einem anderen Bereich kann mittlerweile Vollzug gemeldet werden.

Binnen vier Monaten ist ein Teil der früheren Wäscherei für die Einrichtung eines Magnetresonanztomographie-Geräts (MRT) hergerichtet worden. Vergangene Woche ging das gut eine Million Euro teure Gerät - ebenfalls das einzige im Kreis - in Betrieb. "Wir haben eine Kapazität von etwa 20 Patienten täglich", sagt Dr. Alexander Stölben von der Gemeinschaftspraxis für Radiologie Daun-Wittlich, die das MRT betreibt. Dafür, dass man in Daun lange auf ein MRT hat warten müssen, gibt es einen Grund: Es fehlte bis vor kurzem an einem geeigneten Standort. Erst durch die Schließung der Wäscherei am 31. März dieses Jahres war der Weg frei, denn der Boden, auf dem die große Wäschemangel stand, war der einzige im Gebäude, der statisch für das tonnenschweren MRT geeignet war.

Erleichterung für Patienten: Das Dauner Krankenhaus selbst hat gut eine halbe Million Euro investiert, um die Voraussetzungen für das MRT zu schaffen. Bislang gab es kein solches Gerät im Kreis. "Deshalb mussten Patienten nach Trier, Bitburg oder Wittlich geschickt werden. Künftig fallen zahlreiche Fahrten weg, eine Erleichterung für viele Patienten", sagt Stölben. Ein Wunsch ist in Erfüllung gegangen, einen weiteren hat Jax dem Gesundheitsminister vorgetragen: den nach einem Anbau. "Wir haben nach wie vor ein großes Raumproblem", sagt der Geschäftsführer. Als ein Beispiel führt er die Intensivstation an, bei der "dringender Handlungsbedarf besteht. So soll die Schlaganfalleinheit in diese Station integriert werden, was bei anderen Häusern Standard ist." Im bestehenden Gebäude sei eine Erweiterung aber nicht möglich.

Die Platzprobleme resultieren auch daraus, dass die Angebotspalette der Klinik stetig erweitert worden ist, unter anderem mit einer psychosomatischen Abteilung und der Gefäßchirurgie. Dadurch werden immer mehr Betten benötigt. "Die Probleme können im Sinne der Patienten und der Mitarbeiter nur mit einem Anbau gelöst werden", sagt Jax. Der Minister stellt Unterstützung für das Zehn-Millionen-Projekt in Aussicht: "Der Träger erläutert seine Vorstellungen, und das Land schaut, was wann zu realisieren ist. Grundsätzlich aber sehen wir, dass Bedarf besteht."

Quelle: www.volksfreund.de
Autor: Stephan Sartoris