Krankenhaus Daun

Bauchchirurgie (Viszeralchirurgie) am Krankenhaus Daun

Die Magen-Darm-Chirurgie und die Chirurgie der inneren Organe, heute auch Viszeralchirurgie genannt, im Rahmen der Allgemeinchirurgie, hatte auch 2016 einen großen Stellenwert in der chirurgischen Abteilung des Krankenhauses Daun. Es wurden knapp 100 geplante und akut chirurgische Eingriffe an Dünn- und Dickdarm durchgeführt. Dazu kamen die mehr und weniger akuten Blinddarm-Operationen, Gallenblasen-Operationen und Gallengang-Operationen. Die überwiegende Zahl der Darmeingriffe diente zur Behandlung von Tumorleiden.

Die Eingriffe zur Bekämpfung von bösartigen Tumoren werden immer differenzierter geplant aufgrund von vielen Forschungsergebnissen, die immer wieder neue Behandlungsmethoden, und das besonders auf dem medikamentösen Markt, hervorgebracht haben. Im Gegensatz zu vor 10 Jahren, werden heute geplante
Eingriffe in der Krebstherapie auf einer Tumorkonferenz vorgestellt, der beste Weg der Behandlung mit Internisten, Onkologen, Chirurgen und Radiologen diskutiert und festgelegt. Im Krankenhaus Daun findet die Tumorkonferenz wöchentlich zu einem festen Zeitpunkt statt.

Immer häufiger ist das Ergebnis, dass die größeren Tumore nicht direkt der Operation zugeführt werden, sondern zunächst versucht wird, mit chemotherapeutischen Medikamenten und/ oder Bestrahlung den Tumor zu verkleinern und somit besser operabel und besser heilbar zu machen. Damit verschiebt sich der Zeitpunkt der Operation natürlich um zwei bis drei Monate. Zunächst ist dies auch eine psychologische Belastung, sozusagen eine neue Komponente in der Behandlung von Krebspatienten.

Schlüssellochchirurgie und offene Chirurgie

Immer mehr bauchchirurgische Eingriffe werden durch die Schlüssellochmethode (minimal invasive Chirurgie) durchgeführt. Die Gallenblasen-Entfernung findet in über 95% minimal invasiv statt. Die chirurgischen Eingriffe an Dünndarm und Dickdarm werden in der chirurgischen Abteilung des Krankenhauses Daun in über 70% minimal invasiv durchgeführt. Lediglich sehr große Tumore oder perforierte Tumore mit Eiteransammlung im Bauchraum erfordern die offene Chirurgie. Man kann heute sagen, dass die frühen Stadien der Darmtumoren in über 90 % mit diesen Methoden heilbar sind. Die großen und sehr großen Tumore des Darmes sind jedoch zu 20% heilbar. In den übrigen Fällen kann dann mit medikamentöser Therapie das Leben doch erheblich erträglicher gemacht und deutlich verlängert werden.

Um die frühen Stadien der Krankheit herauszufinden, empfehlen die Krankenkassen eine Dickdarmuntersuchung ab dem 55. Lebensjahr, sozusagen auch ohne, dass irgendwelche Beschwerden vorliegen. Im Krankenhaus Daun werden in der internistischen Abteilung über 2000 Dickdarmspiegelungen pro Jahr durchgeführt. Die bösartigen Tumore werden im Krebsregister Rheinland Pfalz in Mainz gesammelt, ausgewertet und erforscht. Es bestehen gesetzliche Verpflichtungen, um den speziellen Vorgaben der Tumorchirurgie nachzukommen. Somit ist in Deutschland garantiert, dass die bösartigen Tumore mit hoher Qualitätssicherung nach vorgegebenem
Schema behandelt werden müssen.

Divertikelerkrankungen

Die zweite große Gruppe der Erkrankungen gutartiger Art ist die Divertikulose bzw. Divertikulitis. Divertikel können im gesamten Magen-Darm-Trakt vorkommen. Die häufigste Region ist der S-förmige Teil des Dickdarms, der von Aussackungen befallen wird (Divertikel). Eine genaue Ursache der Entstehung ist nicht vollständig erforscht. Allerdings ist das Vorhandensein von Divertikeln noch keine Operationsindikation. Erst wenn Entzündungen dieser Divertikel stattfinden, spricht man von der Divertikel-Krankheit. Über 90 % dieser Divertikel-Erkrankungen können wiederum medikamentös, sprich konservativ und ohne Operation behandelt werden.

Zur Diagnostik stehen hier auch die Coloskopie und die Computertomographie sowie die Magnetresonanztomographie des Bauchraumes zur Verfügung. Bei immer wieder auftretenden Entzündungen oder bei dem Platzen eines Divertikels besteht die Indikation zur Operation. Diese Operationen werden wiederum in sehr hohem Prozentsatz laparoskopisch durchgeführt, wobei der Patient am meisten von der direkten postoperativen Phase profitiert, in dem eben die Bauchmuskulatur nicht durchschnitten wird, sondern nur zur Seite gedrängt wird. Dadurch sind die Schmerzen erheblich weniger und die Heilung schreitet schneller voran. Alle Operationen werden statistisch erfasst und ausgewertet.

Dr. med. Alfred Kuckartz
Chefarzt Allgemein-, Unfall- und
Viszeralchirurgie